Professionelle Glasfaser-Verteilertechnik mit gelben Kabeln in einem deutschen Rechenzentrum.

Osnabrücks letzte Glasfaser-Lücken gehen in den Bau

Von der Redaktion Systemfehlr.de | Stand: 4. August 2026

658 bislang unterversorgte Adressen in Osnabrück sollen einen direkten Glasfaseranschluss bis ins Gebäude oder in die Wohnung erhalten. Zum offiziellen Baustart übergab Niedersachsens Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier einen vorläufigen Förderbescheid über 1,5 Millionen Euro aus dem Programm „Gigabit 2.0“.

Die Gesamtkosten werden auf rund sechs Millionen Euro geschätzt. Bund und Land tragen zusammen 75 Prozent, die Stadt Osnabrück übernimmt das verbleibende Viertel. Nach Angaben der Stadt wären die ausgewählten Grundstücke ohne die Förderung voraussichtlich langfristig ohne Glasfaserausbau geblieben.

Grundlage dieses Berichts ist die Pressemitteilung der Stadt Osnabrück vom 3. August 2026. Die genannten Kosten, Bauleistungen und Termine sind Planungsstände aus dieser Mitteilung.

Osnabrücks letzte Glasfaser-Lücken gehen in den Bau

658 Adressen liegen über das gesamte Stadtgebiet verteilt

Betroffen sind keine zusammenhängenden Straßenzüge, sondern einzelne Adressen in verschiedenen Teilen Osnabrücks. Die Gigabitkoordinatorinnen der Stadt identifizierten Grundstücke, für die in den kommenden Jahren kein privatwirtschaftlicher Ausbau geplant ist und zugleich keine alternative Gigabitversorgung besteht.

Eine vollständige Straßenliste enthält die Mitteilung nicht. Ob eine konkrete Adresse zum Förderprojekt gehört, lässt sich über die adressgenaue Ausbaukarte im Internetangebot der Stadt Osnabrück prüfen.

Der Anschluss erfolgt nicht vollständig automatisch. Eigentümer der ausgewählten Immobilien müssen ihre Zustimmung zum Hausanschluss erteilen. Ohne diese Freigabe kann die Glasfaser am Grundstück vorbeigeführt werden, ohne ins Gebäude zu gelangen. Die zugesagte Kostenfreiheit bezieht sich ausdrücklich auf den Hausanschluss; Angaben zu späteren Internettarifen macht die Stadt nicht.

Osnabrücks letzte Glasfaser-Lücken gehen in den Bau

4,5 Millionen Euro kommen von Bund und Land

Der größte Teil des Projekts wird aus öffentlichen Fördermitteln finanziert. Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung stellt drei Millionen Euro bereit. Das Land Niedersachsen steuert vorläufig 1,5 Millionen Euro bei.

Finanzierung Betrag und Anteil
Bund 3 Millionen Euro, 50 Prozent
Land Niedersachsen 1,5 Millionen Euro, 25 Prozent
Stadt Osnabrück rund 1,5 Millionen Euro, 25 Prozent
Gesamtprojekt rund 6 Millionen Euro

Damit entfallen rechnerisch etwa 9.100 Euro Projektkosten auf jede der 658 Adressen. Dieser Wert ist kein individueller Anschlusspreis: Die Grundstücke liegen über das Stadtgebiet verteilt, und die Gesamtsumme umfasst auch neue Verteiler, Leitungswege und Tiefbauarbeiten. Zudem handelt es sich bei den sechs Millionen Euro um eine Kostenschätzung und bei der Landesförderung um eine vorläufig bewilligte Summe.

465 Kilometer Glasfaser bis Ende 2027

Die Telekom Deutschland GmbH erhielt den Auftrag im Ausschreibungsverfahren. Geplant sind mehr als 465 Kilometer Glasfaser, 108 Kilometer Leerrohre, 62 neue Kabelverzweiger und 15 Hauptverteiler. Die ungewöhnlich große Leitungslänge erklärt sich nach Darstellung der Stadt durch die weite Verteilung der einzelnen Anschlusspunkte.

Osnabrücks letzte Glasfaser-Lücken gehen in den Bau

Wo es möglich ist, sollen vorhandene Leerrohre mitgenutzt werden. Das kann zusätzliche Erdarbeiten entlang bereits erschlossener Trassen vermeiden. Die Bauarbeiten finden überwiegend an Geh- und Radwegen statt; vorübergehende Einschränkungen bleiben dennoch möglich. Die Telekom will die betroffenen Anwohner jeweils rechtzeitig über konkrete Arbeiten vor Ort informieren.

Der Bau soll nach dem aktuellen Zeitplan Ende 2027 abgeschlossen sein. Zusammen mit privatwirtschaftlichen und weiteren geförderten Projekten erwartet die Stadt dann eine Gigabitabdeckung von 100 Prozent, davon 99 Prozent direkt über Glasfaser.

Im August kommt Post, im Januar 2028 die letzte Aktivierung

Die Eigentümer der 658 Immobilien sollen noch im August 2026 ein Schreiben der Stadtverwaltung erhalten. Für sie ist die Zustimmung zum kostenlosen Hausanschluss der entscheidende nächste Schritt. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter bezeichnete schnelles Internet dabei als Bestandteil der Grundversorgung.

Der kommunale Zeitplan unterscheidet zwischen dem vorgesehenen Abschluss der Bauarbeiten Ende 2027 und der letzten technischen Inbetriebnahme, die die Telekom für Januar 2028 plant. Die Prognose einer vollständigen Gigabitversorgung Ende 2027 bedeutet deshalb nicht, dass alle geförderten Anschlüsse gleichzeitig nutzbar werden.

Betroffene Eigentümer sollten das angekündigte Schreiben prüfen und die benötigte Zustimmung erteilen. Telekom-Vertreter Peter Richter machte deutlich: Fehlt sie, endet der geförderte Ausbau im ungünstigsten Fall vor dem Haus statt darin.

Quelle: City of Osnabrueck Press Releases

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