Eine Person unterschreibt einen Arbeitsvertrag an einem Schreibtisch im Büro.

Ausbildungsstart 2026: Vertrag und Probezeit prüfen

Wer seine Ausbildung zum 1. August 2026 begonnen hat, sollte vor dem ersten betrieblichen Einsatztag Vertrag, Vergütung und organisatorische Angaben kontrollieren. Das betrifft neue Auszubildende ebenso wie Eltern minderjähriger Azubis. Unklare oder abweichende Punkte sollten frühzeitig mit dem Ausbildungsbetrieb besprochen und Änderungen in Textform festgehalten werden.

Von der Redaktion Systemfehlr.de · Stand: 2. August 2026

Diese Angaben gehören in den Ausbildungsvertrag

§ 11 des Berufsbildungsgesetzes nennt die wesentlichen Inhalte der Vertragsabfassung. Auszubildende sollten insbesondere folgende Angaben mit Zusagen aus Bewerbungsgespräch und Stellenanzeige vergleichen:

  • genaue Berufsbezeichnung sowie Art und Ziel der Ausbildung
  • Beginn und vorgesehene Dauer
  • Ausbildungsstätte und mögliche Einsätze an anderen Orten
  • regelmäßige tägliche Ausbildungszeit
  • Dauer der Probezeit
  • Höhe und Zusammensetzung der Vergütung
  • Urlaub sowie Voraussetzungen einer Kündigung

Auch der betriebliche Ausbildungsplan verdient einen Blick: Er sollte erkennen lassen, welche Inhalte in welchen Abteilungen oder Zeiträumen vermittelt werden. Fehlt er, kann der Betrieb um eine Ausfertigung gebeten werden.

Bei der Probezeit gelten feste Grenzen

Nach § 20 BBiG muss die Probezeit mindestens einen und höchstens vier Monate dauern. Steht im Vertrag ein kürzerer oder längerer Zeitraum, sollte dies vor Arbeitsbeginn angesprochen werden.

Azubis sollten außerdem notieren, an welchem Datum ihre Probezeit endet. Gespräche über den Ausbildungsstand, Schwierigkeiten im Betrieb oder fehlende Lerninhalte lassen sich dadurch rechtzeitig vorbereiten. Bei rechtlichen Zweifeln ist eine individuelle Beratung sinnvoll.

Ausbildungsstart 2026: Vertrag und Probezeit prüfen

Vergütung ohne pauschale Vergleichswerte kontrollieren

§ 17 BBiG verpflichtet Ausbildungsbetriebe zu einer angemessenen Vergütung und regelt die gesetzliche Mindestvergütung. Ein einzelner Pauschalbetrag wäre jedoch irreführend: Maßgeblich können unter anderem Ausbildungsbeginn, Ausbildungsjahr, Branche, Tarifbindung und vertragliche Besonderheiten sein.

Im Vertrag sollten die Beträge für die einzelnen Ausbildungsjahre nachvollziehbar ausgewiesen sein. Zusätzlich lohnt sich eine Nachfrage, wann die erste Zahlung voraussichtlich auf dem Konto eingeht und welche Abzüge auf der Abrechnung erscheinen können. Bei Abweichungen helfen je nach Beruf die zuständige Kammer, eine Gewerkschaft oder eine Beratungsstelle weiter.

Den ersten betrieblichen Tag konkret vorbereiten

Spätestens am Vorabend sollten diese Punkte geklärt sein:

  • Uhrzeit, Treffpunkt und Arbeitsweg einschließlich Zeitreserve
  • Name und Telefonnummer der zuständigen Ansprechperson
  • erforderliche Kleidung oder persönliche Schutzausrüstung
  • mitzubringende Unterlagen, Bankverbindung und Sozialversicherungsdaten
  • Ablauf der ersten Woche und Termin der Berufsschule
  • erwarteter Termin der ersten Vergütungszahlung

Wer krank wird oder sich verspätet, sollte den vorgeschriebenen Meldeweg kennen. Minderjährige Auszubildende und ihre Eltern sollten außerdem prüfen, ob noch betriebsärztliche oder jugendarbeitsschutzrechtliche Unterlagen verlangt werden. Offene Punkte lassen sich am besten gesammelt und sachlich mit der Ausbildungsleitung klären.

Quelle: Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz

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