Kirchturm aus braunem Backstein mit grünem Dach vor einem klaren, hellblauen Himmel.

Wo Speyer nachts heiß bleibt, wird jetzt sichtbar

Knapp 10.000 Aufnahmen aus zwei Messflügen sollen zeigen, welche Flächen in Speyer tagsüber besonders heiß werden und welche die Wärme bis in die Nacht speichern. Die Stadt und die Stadtwerke Speyer haben dafür am 29. Juli eine Thermografiebefliegung abgeschlossen. Die aufbereiteten Ergebnisse werden voraussichtlich im Oktober erwartet.

Für Anwohnerinnen und Anwohner liefert die Untersuchung noch keine aktuelle Temperaturkarte und auch keine Messung der Lufttemperatur. Sie schafft aber eine Grundlage, um Hitzeinseln im Stadtgebiet räumlich genauer zu erkennen und spätere Klimaanpassungen gezielter zu planen.

9.876 Bilder erfassen Speyers Wärmeverteilung

Das Messflugzeug flog das Untersuchungsgebiet in 25 Nord-Süd-Streifen ab – einmal kurz vor Sonnenaufgang und ein zweites Mal am Nachmittag während starker Aufheizung. Insgesamt entstanden 9.876 hochauflösende RGB-, Nahinfrarot- und Thermalaufnahmen mit rund einem Terabyte Rohdaten.

Die Thermalbilder erreichen nach Angaben der Stadt eine Bodenauflösung von etwa 30 Zentimetern pro Pixel; bei den ergänzenden Farbluftbildern sind es rund 7,5 Zentimeter. Aus den Einzelaufnahmen sollen zusammenhängende, georeferenzierte Datensätze entstehen.

Wo Speyer nachts heiß bleibt, wird jetzt sichtbar

Die beiden Messzeitpunkte sind entscheidend: Eine Fläche kann sich am Nachmittag stark erwärmen und dennoch nachts vergleichsweise schnell abkühlen. Andere Oberflächen geben die gespeicherte Wärme erst bis in die frühen Morgenstunden wieder ab. Gerade diese Unterschiede sollen für Speyer sichtbar werden.

Thermalbilder messen Oberflächen, nicht die Lufttemperatur

Die Thermografiebefliegung erfasst die von Oberflächen ausgehende Wärmestrahlung. Daraus lässt sich nicht unmittelbar ablesen, wie hoch die Lufttemperatur an einem Ort war. Die Daten zeigen vielmehr, welche Straßen, Dächer, versiegelten Flächen oder anderen Stadtstrukturen Wärme aufnehmen und wie lange sie sie speichern.

In Verbindung mit Daten zu Gebäuden, Vegetation und Versiegelung kann der Urbane Digitale Zwilling Speyer untersuchen, warum sich einzelne Bereiche unterschiedlich verhalten. Die Stadt nennt unter anderem Verschattung, zusätzliche Bäume, Entsiegelung und Begrünung als mögliche Ansatzpunkte, deren Wirkung sich auf dieser Grundlage räumlich besser bewerten lassen soll.

Wo Speyer nachts heiß bleibt, wird jetzt sichtbar

Vier Stunden Messzeit zwischen Hitze und Wolken

Der erste Flug startete bereits um 3 Uhr am Flughafen Paderborn/Lippstadt, damit Speyer vor Sonnenaufgang nahe dem täglichen Temperaturminimum erfasst werden konnte. Nach der ersten Messung landete die Maschine zunächst in Mannheim, weil der Flugplatz Speyer vor 7 Uhr nicht angeflogen werden durfte.

Die zweite Befliegung begann gegen 14.30 Uhr im Westen des Projektgebiets. Die Crew arbeitete sich Richtung Osten vor, bevor aufziehende Wolken die Vergleichbarkeit der Messung beeinträchtigen konnten. Die letzte Fluglinie war gegen 16.30 Uhr abgeschlossen.

Bewölkung und Schatten können Oberflächentemperaturen innerhalb kurzer Zeit verändern. Deshalb war die wolkenarme Hitzeperiode für die Thermografiebefliegung besonders relevant; sie erlaubt einen belastbareren Vergleich zwischen den einzelnen Bildstreifen.

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Die Auswertung soll bis Oktober laufen

Nun verarbeitet Aerowest die Thermal-, RGB- und Nahinfrarotdaten und führt sie für den Urbanen Digitalen Zwilling Speyer zusammen. Erst anschließend stehen Stadt Speyer und Stadtwerke Speyer die Ergebnisse für weitergehende Analysen zur Verfügung.

Das Projekt wird als Leuchtturmprojekt des Kommunalen Klimapakts Rheinland-Pfalz durch das rheinland-pfälzische Klimaschutzministerium gefördert. Die spätere Auswertung soll unter anderem zeigen, wo versiegelte Straßenräume auch nachts deutlich Wärme abstrahlen und wo das Stadtgebiet besser auskühlt.

Quelle: City of Speyer Media Information

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