Eine Frau in einem viktorianischen Samtkleid trägt ein rohes Fleischstück als Kopfbedeckung.

„Serving Gender“ in Chemnitz: Machtfragen bis 1. November

Die Ausstellung „Mahlzeit! Serving Gender“ läuft vom 4. Juli bis 1. November 2026 im Museum Gunzenhauser in Chemnitz. Sie verbindet Kunst aus mehreren Jahrhunderten mit einer feministischen Perspektive auf Essen, Fürsorge und gesellschaftliche Rollen. Besonders angesprochen dürften sich Menschen fühlen, die sich für Kunstgeschichte, feministische Positionen und die unsichtbare Arbeit rund um Ernährung interessieren.

Planungsstand: Die veröffentlichte Ausstellungsinformation nennt keine Startzeit, keinen Eintrittspreis, keine Buchungsregel und keine Angaben zu genauer Adresse, Anreise oder Barrierefreiheit.

„Serving Gender“ bildet den zweiten Teil der dreiteiligen Reihe „Mahlzeit!“, mit der sich das Museum Gunzenhauser 2026 dem Essen in der Kunst widmet. Nach „Feinkunsthalle“ folgt ab 27. November der dritte Abschnitt „Zu Tisch“.

Essen erscheint als Arbeit, Fürsorge und Macht

Der Ausgangspunkt der Ausstellung ist alltäglich: Menschen müssen essen. Die gezeigten Werke richten den Blick jedoch darauf, wer Nahrung zubereitet, verteilt und anderen reicht – und wer in Bildern bei dieser Arbeit überhaupt sichtbar wird.

Dabei geht es um Erwartungen, die Frauen und weiblich gelesene Körper mit dem Nähren verbinden. Motive wie Evas Apfel, Muttermilch und der gedeckte Tisch stehen für Verantwortung, Fürsorge und kulturelle Rollenzuweisungen. Zugleich fragt die Schau nach der Kontrolle des weiblichen Körpers: Wer darf Appetit zeigen, und weshalb wird häusliche Küchenarbeit häufig Frauen zugeschrieben, während die Spitzengastronomie überwiegend männlich geprägt erscheint?

„Serving Gender“ in Chemnitz: Machtfragen bis 1. November

Die Ausstellung ordnet diese Fragen in gesellschaftliche Machtstrukturen ein. Sie zeigt Frauen als zentrale Ernährerinnen von Familien und Gemeinschaften und macht jene Care-Arbeit zum Thema, die rund um Lebensmittel oft unbezahlt und wenig sichtbar bleibt.

Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart

„Serving Gender“ kombiniert Bestände der Kunstsammlungen Chemnitz mit Leihgaben zeitgenössischer Kunst. Der zeitliche Bogen reicht vom 17. Jahrhundert über feministische Positionen der 1970er-Jahre bis zu heutigen Arbeiten.

Zu den zentralen historischen Bezugspunkten gehört Martha Roslers Videoarbeit „Semiotics of the Kitchen“. Zeitgenössische Perspektiven liefern unter anderem Sophia Süßmilch, Ivonne Thein, Henriette Grahnert, Julia Kissina, Eliane Diur und Fern Liberty Kallenbach Campbell. Zu sehen sind Textilkunst, Malerei, Druckgrafik, Fotografie und Videoarbeiten.

Auch der Jugendrat des Museums ist beteiligt. Seine Perspektiven fließen sowohl in die Ausstellung als auch in besondere Führungen ein und ergänzen die kunsthistorische Auswahl um einen jüngeren Blick auf Rollenbilder und gesellschaftliche Erwartungen.

„Serving Gender“ in Chemnitz: Machtfragen bis 1. November

Lesung, Drag-Führung und Workshops begleiten die Schau

Das Begleitprogramm führt die Themen aus den Ausstellungsräumen in Gespräche, Performances und praktische Formate weiter. Neben öffentlichen Führungen sind folgende Termine angekündigt:

Datum Programmpunkt
15. August, 14:30 Uhr Kombiführung durch „Serving Gender“ und „WIN/WIN“
20. August, 19:00 Uhr Alida Bohnen liest aus „Der Teller“ von Annabelle Hirsch
27. August, 18:30 Uhr „Blind Art Date: Serving Gender – Queer Edition“
4. September, 16:30 Uhr Kuratorinnenführung mit Pauline Tigges
11. September, 16:00 Uhr Drag-Führung mit Dani California und Smoky Addamz
10. Oktober, 14:00 Uhr Workshop „Zines als kreative Praxis“
24. Oktober, 16:00 Uhr Kuratorinnenführung mit Pauline Tigges
29. Oktober, 19:00 Uhr Showtalk „Titten Thesen Temperamente“

Weitere öffentliche Führungen sind an mehreren Wochenenden im August und September vorgesehen. Die genannten Uhrzeiten gelten jeweils für die einzelnen Programmpunkte, nicht als allgemeine Startzeit der Ausstellung.

Für den Besuch zählt der Ausstellungszeitraum

Der reguläre Ausstellungsbesuch ist zwischen dem 4. Juli und dem 1. November 2026 im Museum Gunzenhauser möglich. Veranstalter sind die Kunstsammlungen Chemnitz. Vor der Anfahrt sollten Besucher:innen aktuelle Öffnungs-, Eintritts- und Besuchsdetails direkt beim Veranstalter abgleichen.

Quelle: Kunstsammlungen Chemnitz – Ausstellungen

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