Ein Kind schreibt konzentriert mit einem Stift Wörter in ein Schulheft neben einem offenen Federmäppchen.

Schulstart in Bremerhaven: Was Eltern zur Ganztagsbetreuung wissen müssen

Mit dem Ende der Sommerferien hat für 1.268 Kinder in Bremerhaven ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Die Zahl der Einschulungskinder liegt damit um 85 höher als im Vorjahr (1.183). Insgesamt werden zum Schuljahresbeginn stadtweit rund 17.500 Schülerinnen und Schüler an den städtischen Schulen unterrichtet. Parallel zu den steigenden Zahlen steht die Stadt vor einer organisatorischen Zäsur: Mit dem aktuellen Schuljahr ist der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für den Einschulungsjahrgang in Kraft getreten.

Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung

Um den bundesweiten Rechtsanspruch zu erfüllen, wurden zum Schuljahresbeginn neun weitere Grundschulen in Ganztagsschulen umgewandelt. Damit verfügen nun alle 20 Bremerhavener Grundschulen über ein solches Angebot. Die bisherigen Horte wurden zum 31. Juli 2026 offiziell aufgelöst. Von den Erstklässlern sind 817 Kinder für den Ganztag angemeldet, was einer Inanspruchnahme von 68 Prozent entspricht. Stadtrat Prof. Dr. Hauke Hilz bittet um Verständnis für mögliche organisatorische Anpassungen in der Anfangsphase, da die neuen Ganztagsangebote an vielen Standorten erst jetzt in den Regelbetrieb übergehen. Zur Unterstützung der Familien wird eine Ferienbetreuung an drei zentralen Standorten angeboten: der Heidjer Schule, dem Schulzentrum Hamburger Straße und der Surheider Schule.

Personalsituation und Unterrichtsversorgung

Die Unterrichtsversorgung bleibt eine Herausforderung, zeigt jedoch erste Anzeichen einer Entspannung. Der Magistrat verzeichnete mit 111,3 unbesetzten Lehrkräftestellen einen Rückgang des Defizits im Vergleich zum Vorjahr (137,92 Stellen). Die durchschnittliche Unterrichtsversorgung liegt aktuell bei 92 Prozent. Besonders im Bereich des nicht unterrichtenden pädagogischen Personals (NUPP) meldet die Stadt eine nahezu vollständige Besetzung.

Um die sonderpädagogische Förderung, insbesondere im Bereich „Geistige Entwicklung“, zu stärken, wurden Stellen von Pädagogischen Unterrichtshilfen in den Bereich des unterrichtenden Personals überführt. Dies ermöglicht den Einsatz von multiprofessionellen Teams, etwa durch Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger. Die Personalgewinnung soll zudem durch die Ausbildung dieser Fachkräfte an der Berufsbildenden Schule Sophie Scholl langfristig erleichtert werden. Trotz dieser Fortschritte bleibt die Suche nach Sonderpädagogen mit dem Schwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung schwierig.

Bauprojekte und Ausblick

Die Einführung des Ganztagsbetriebs erfordert umfangreiche bauliche Maßnahmen. Während an zwölf Grundschulen bereits erste Ausbaustufen abgeschlossen wurden, laufen an anderen Standorten die Planungen weiter. So steht der Bau einer barrierefreien Mensa an der Goetheschule kurz vor der Beschlussfassung. Die Pestalozzischule ist für die Dauer des Ersatzbaus bereits in den Übergangsstandort in der Werftstraße umgezogen. Für die kommenden Monate plant das Schulamt weitere Einstellungen, um die Personalsituation kontinuierlich zu verbessern. Auch das Berufseinsteigendenprogramm (BEP) für Seiteneinsteiger wird zum 1. Oktober fortgesetzt, um dem Bedarf an qualifiziertem Personal in den verschiedenen Schulstufen gerecht zu werden.

Quelle: City of Bremerhaven Magistrate Press Releases

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