Das Museumsquartier Osnabrück lädt am Dienstag, den 25. August 2026, zu einer wissenschaftlich begleiteten Filmvorführung des nationalsozialistischen Propagandafilms „Jud Süß“ aus dem Jahr 1940 ein. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und ist als integraler Bestandteil des Begleitprogramms zur aktuellen Ausstellung „Van den Yoden“ konzipiert. Ziel ist es, den Film nicht als Unterhaltungsmedium, sondern als historisches Dokument der NS-Ideologie zu betrachten und seine manipulative Wirkungsweise offenzulegen.
Historischer Kontext und filmische Verzerrung
Der unter der Regie von Veit Harlan entstandene Streifen gilt als eines der perfidesten Instrumente der nationalsozialistischen Propaganda. Er greift die historische Figur des Joseph Süß Oppenheimer (1698–1738) auf, der nach dem Tod des Herzogs Karl Alexander von Württemberg zum Sündenbock für dessen umstrittene Politik gemacht wurde. Während historische Quellen belegen, dass antijüdische Vorurteile maßgeblich zur Verurteilung Oppenheimers beitrugen, nutzt der Propagandafilm diese Biografie, um mittelalterliche antisemitische Narrative gezielt zu verstärken und für die NS-Ideologie zu instrumentalisieren. Die Vorführung im Museumsquartier dient dazu, diese Verzerrungen aufzuzeigen und die Mechanismen der ideologischen Beeinflussung der damaligen Bevölkerung zu analysieren.

Rechtliche Einordnung und Bildungsauftrag
Da „Jud Süß“ zu den sogenannten Vorbehaltsfilmen der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung zählt, unterliegt die öffentliche Vorführung strengen Auflagen. Diese Filme sind in Deutschland nicht für den regulären Vertrieb freigegeben und dürfen ausschließlich mit expliziter Zustimmung der Stiftung sowie unter den von ihr festgelegten Bedingungen gezeigt werden. Diese rechtliche Hürde unterstreicht den besonderen Bildungsauftrag der Veranstaltung: Die Vorführung ist als kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Antisemitismus und der Rolle des Films als Propagandawerkzeug zu verstehen. Im Anschluss an den Film haben die Teilnehmenden die Gelegenheit, die historische Einordnung und die Wirkung des Werks in einer moderierten Diskussion gemeinsam zu reflektieren.

Das Wesentliche: Informationen zur Teilnahme
Die Veranstaltung findet im Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Für Rückfragen oder weiterführende Informationen steht die Pressestelle unter der Telefonnummer 0541/323-4581 oder per E-Mail an dreckstraeter@osnabrueck.de zur Verfügung. Die regulären Öffnungszeiten des Museums sind dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr.
Quelle: City of Osnabrueck Press Releases
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Redaktionelle Prüfung
Die Informationen basieren auf der offiziellen Pressemitteilung der Stadt Osnabrück vom 05.08.2026.
- Abgleich mit den offiziellen Vorgaben der Murnau-Stiftung zu Vorbehaltsfilmen
- Verifizierung der Veranstaltungsdaten (Datum, Uhrzeit, Ort)
- Abgleich der historischen Eckdaten zu Joseph Süß Oppenheimer
- Quelle
- Presse-Service Osnabrück
- Umfang
- Osnabrück
- Aktualisiert
- 2026-08-05 16:19
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