Ein großer, alter Holzwagen mit der Aufschrift Montevideo steht in einer gepflasterten deutschen Altstadtstraße.

„Holland-Aktion“ in Kiel: Vortrag am 2. September: practical information

Am Mittwoch, 2. September 2026, spricht Susanne Kiel von 18 bis 20 Uhr im Glasfoyer der Muthesius Kunsthochschule, Legienstraße 35 in Kiel. Der vom SHKV angekündigte Vortrag „Die Holland-Aktion“ behandelt die Enteignung des Umzugsguts von 150 jüdischen Familien und dessen Versteigerung während der NS-Zeit. Der Abend richtet sich besonders an Menschen, die sich für NS-Geschichte und die wissenschaftliche Aufarbeitung geraubten Eigentums interessieren.

Die Veranstaltungsankündigung nennt weder einen Eintrittspreis noch eine erforderliche Anmeldung. Auch Angaben zur Barrierefreiheit und zur Anreise liegen nicht vor. Wer diese Informationen für die Planung benötigt, sollte deshalb vor dem Besuch die Veranstaltungsseite des SHKV beziehungsweise der Kunsthalle zu Kiel prüfen.

Was im Vortrag im Mittelpunkt steht

Susanne Kiel zeichnet den Weg großer Überseekisten, sogenannter Liftvans, sowie von Kollies und Koffern nach. Die Behälter lagerten in Rotterdam und Umgebung. Sie enthielten das Eigentum von 150 Familien, die als Jüdinnen und Juden verfolgt worden waren und aus dem Deutschen Reich fliehen mussten.

In den Kisten befanden sich nicht nur Möbel, Kleidung und Hausrat. Auch Musikinstrumente, Fotoalben, Kunstwerke und persönliche Papiere waren für das geplante neue Leben im Exil in Übersee bestimmt. Der Vortrag macht damit sichtbar, dass es bei der Enteignung sowohl um materielle Werte als auch um persönliche Erinnerungsstücke und Dokumente ging.

Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Niederlande konnten die Schiffe nicht auslaufen. Das Umzugsgut blieb zunächst in niederländischen Lagerstätten zurück, bevor der Transport nach Lübeck angeordnet wurde.

Der Weg von Rotterdam zu den Versteigerungen in Lübeck

Ab Dezember 1942 brachte Schenker & Co. die Frachtbehälter per Binnenschiff über Delfzijl und Hamburg nach Lübeck. Dort ließ das Wirtschaftsamt die gesamten Umzugsgüter zwischen Januar und September 1943 öffentlich versteigern.

Besondere Gegenstände wie Antiquitäten und Kunstwerke wurden der Darstellung zufolge zuvor entnommen. Sie gelangten an Museen und andere Institutionen in Lübeck, möglicherweise auch nach Kiel. Die betroffenen Familien, die im Ausland auf ihr Eigentum warteten, erfuhren erst lange nach Kriegsende von dessen Schicksal.

LostLift macht die Forschung zugänglich

Der Vortrag stellt die erstmalige wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Enteignungen vor. Das Forschungsprojekt wird vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert. Seine Ergebnisse veröffentlicht das Deutsche Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in der Datenbank LostLift.

Damit verbindet der Kieler Abend die historischen Transporte und Versteigerungen mit der laufenden Dokumentation der betroffenen Familien und ihres verlorenen Eigentums. Grundlage der Veranstaltungsinformationen ist die Ankündigung der Kunsthalle zu Kiel beziehungsweise des SHKV.

Termin und Veranstaltungsort

  • Veranstaltung: „Die Holland-Aktion“ – Vortrag von Susanne Kiel
  • Datum: Mittwoch, 2. September 2026
  • Zeit: 18 bis 20 Uhr
  • Ort: Glasfoyer der Muthesius Kunsthochschule
  • Adresse: Legienstraße 35, Kiel
  • Veranstalter: SHKV

Quelle: Kunsthalle zu Kiel – Veranstaltungen

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