Graffiti auf einer Betonmauer zeigt einen Panzer mit einer Friedenspflanze darüber.

Antikriegstag in Osnabrück: Filmabend über den Mut zum Widerstand

Filmabend zum Antikriegstag: „Ein verborgenes Leben“ in der Lagerhalle

Zum diesjährigen Antikriegstag am 1. September lädt ein besonderes Filmprojekt zur Auseinandersetzung mit moralischer Standhaftigkeit in dunklen Zeiten ein. Um 19 Uhr zeigt die Lagerhalle den Film „Ein verborgenes Leben“, der das Schicksal des österreichischen Landwirts Franz Jägerstätter beleuchtet. Die Veranstaltung bietet einen Anlass, über die Bedeutung von Zivilcourage und individueller Verantwortung in einer Diktatur zu reflektieren.

Die Geschichte hinter dem Film

Der 2019 erschienene Film von Regisseur Terrence Malick basiert auf der wahren Lebensgeschichte von Franz Jägerstätter (1907–1943). Als gläubiger Katholik lehnte er die NS-Ideologie nach der Annexion Österreichs konsequent ab. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Fani und den drei Töchtern lebte er in St. Radegund in Oberösterreich, wo er seine ablehnende Haltung gegenüber dem NS-Staat offen kommunizierte. Sein Widerstand gipfelte in der Verweigerung des Fahneneids auf Adolf Hitler, als er 1943 zur Wehrmacht eingezogen werden sollte. Diese Entscheidung führte zu seiner Verhaftung, der Überführung nach Berlin und der Anklage vor dem Reichskriegsgericht wegen „Zersetzung der Wehrkraft“. Das Werk zeichnet eindrucksvoll nach, wie Jägerstätter durch seine Gewissensentscheidung zunehmend in die gesellschaftliche Isolation geriet und welche Konsequenzen dies für sein gesamtes familiäres Umfeld hatte.

Antikriegstag in Osnabrück: Filmabend über den Mut zum Widerstand

Einordnung in die Osnabrücker Erinnerungskultur

Die Vorführung ist Teil der Reihe „Geschichte(n) sehen“, die sich dem Thema Erinnerungskultur durch das Medium Film nähert. Ziel der Veranstalter – dem Museumsquartier Osnabrück, der Lagerhalle e.V. und dem Filmfest Osnabrück – ist es, historische Ereignisse und kollektive Erfahrungen greifbar zu machen. Die Reihe findet viermal jährlich statt und beleuchtet Themen wie staatliche Willkür, Diskriminierung, Flucht und Vertreibung sowie die Bedeutung kultureller und religiöser Identität. Durch die Auswahl von Spielfilmen, die sowohl historische als auch persönliche Perspektiven einnehmen, soll ein Raum für den gesellschaftlichen Dialog geschaffen werden.

Antikriegstag in Osnabrück: Filmabend über den Mut zum Widerstand

Die praktische Lage

Im Anschluss an den 173-minütigen Spielfilm haben die Besucher die Gelegenheit, das Gesehene in einem moderierten Publikumsgespräch zu vertiefen. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, die sich mit den historischen Hintergründen und der Relevanz von Zivilcourage auseinandersetzen möchten.

  • Datum: Dienstag, 1. September 2026
  • Beginn: 19:00 Uhr
  • Ort: Lagerhalle Osnabrück
  • Eintritt: 6 Euro (ermäßigt 5 Euro)

Weitere Informationen zur Arbeit des Museums und zu kommenden Terminen sind über das Museumsquartier Osnabrück in der Lotter Straße 2 oder online unter www.museumsquartier-osnabrueck.de verfügbar. Das Museum ist dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: City of Osnabrueck Press Releases

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