Eine Radfahrerin fährt neben einer historischen Straßenbahn durch die Potsdamer Innenstadt bei Tageslicht.

Potsdam stimmt über Buspreise, Sport und Steuern ab

Von der Redaktion Systemfehlr.de | 7. September 2026

Bis zum 8. November 2026 können Potsdamerinnen und Potsdamer mitentscheiden, welche Vorhaben im nächsten Doppelhaushalt besonders berücksichtigt werden sollen. Beim Bürgerhaushalt 2027/28 stehen 40 Vorschläge zur Wahl – von günstigeren Bus- und Bahntickets über zusätzliche Trinkbrunnen bis zu höheren Parkgebühren und Steuern.

Teilnehmen dürfen alle Menschen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Potsdam. Jede Person kann einmal abstimmen und jeweils bis zu fünf Punkte in den Kategorien „Ausgaben“ und „Finanzierung“ vergeben. Die Abstimmung legt noch keine Maßnahmen verbindlich fest: Die 20 bestbewerteten Ideen werden der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung zur abschließenden Beratung vorgelegt.

Zwischen günstigeren Fahrten und besserer Vereinsförderung

Ein Schwerpunkt der Ausgabenvorschläge liegt auf Leistungen, die im Alltag vieler Einwohner spürbar wären. Zur Abstimmung stehen günstigere Preise für Bus und Bahn sowie eine bessere Finanzierung der Potsdamer Sportvereine. Auch die Kinder- und Jugendarbeit soll nach einem der Vorschläge mehr Unterstützung erhalten.

Mehr Aufenthaltsqualität versprechen Ideen für zusätzliche Grünflächen am Alten Markt, weitere öffentliche Toiletten und neue Trinkwasserbrunnen. Für Fußgänger und Radfahrer stehen sicherere Wege zur Wahl. Hinzu kommen feste Abstellflächen für E-Roller, die für mehr Ordnung im öffentlichen Raum sorgen sollen.

Über einzelne Einrichtungen wird ebenfalls abgestimmt. Dazu gehören die Modernisierung des Bürgertreffs und der Zweigbibliothek Waldstadt sowie die weitere Zukunft des Rechenzentrums an der Breiten Straße. Ob und in welcher Form diese Vorhaben umgesetzt werden könnten, hängt neben dem Abstimmungsergebnis von den späteren Entscheidungen zum Haushalt ab.

Höhere Einnahmen könnten Haushaltswünsche finanzieren

Der Bürgerhaushalt behandelt nicht nur zusätzliche Ausgaben. Eine zweite Kategorie sammelt Vorschläge, mit denen die Stadt Potsdam sparen oder mehr Geld einnehmen könnte. Genannt werden Einsparungen bei der Beleuchtung und eine effizientere Verwaltung.

Potsdam stimmt über Buspreise, Sport und Steuern ab

Andere Ideen würden Einwohner oder Besucher unmittelbar finanziell betreffen. Dazu zählen höhere Einnahmen aus Parkgebühren sowie Veränderungen bei der Zweitwohnungs- und Vergnügungssteuer. Auch eine stärkere finanzielle Beteiligung des Tourismus steht zur Wahl.

Damit treffen bei der Abstimmung unterschiedliche Interessen aufeinander: Verbesserungen bei Verkehr, Freizeit und öffentlichen Einrichtungen benötigen Geld, während vorgeschlagene Finanzierungswege zusätzliche Belastungen oder Einsparungen mit sich bringen können. Die Stadt hat deshalb zu allen 40 Beiträgen fachliche Stellungnahmen erstellt. Darin wird erläutert, welche Voraussetzungen, Zeiträume und Kosten bei einer möglichen Umsetzung zu berücksichtigen wären.

So können Berechtigte bis zum 8. November abstimmen

Punkt Regelung
Frist Bis 8. November 2026
Teilnahmeberechtigt Menschen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Potsdam
Stimmen Einmalige Teilnahme, bis zu fünf Punkte je Kategorie
Kategorien „Ausgaben“ und „Finanzierung“
Abstimmungswege Online, per Post oder an Informationsständen
Fragebogen bestellen Telefonisch unter 0331 289-1120

Die Online-Abstimmung läuft über die Beteiligungsplattform Potsdam Mitgestalten. Informationsstände sind unter anderem im Hauptbahnhof, im Stern-Center und auf Stadtteilfesten im September vorgesehen. Fragebögen können außerdem telefonisch angefordert werden.

In dieser Woche erhalten 20.000 zufällig aus dem Melderegister ausgewählte Menschen eine Einladung per Post. Wer keine Einladung bekommt, darf trotzdem teilnehmen, sofern ein Haupt- oder Nebenwohnsitz in Potsdam besteht.

Bürgermeister Burkhard Exner verweist auf mehr als 700 Ideen, die im Sommer eingereicht wurden. Nach Ende der Abstimmung werden jeweils die zehn bestbewerteten Vorschläge aus den beiden Kategorien ausgewählt. Diese insgesamt 20 Ideen sollen zum Jahresende gemeinsam mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 an die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung gehen, die anschließend über eine mögliche Umsetzung berät und entscheidet.

Quelle: State Capital Potsdam Press Releases

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